“Unternehmen haben nur eine Daseinsberechtigung, wenn sie Mehrwert für alle stiften.“ Interview mit Dr. Friedrich Glauner, Weltethos-Institut Tübingen

„Wenn wir unser Wirtschaftssystem nicht ändern, steuern wir in mehrere Katastrophen gleichzeitig“, lautet die Kernthese von Dr. Friedrich Glauner. Der Projektmanager am Weltethos-Institut Tübingen schlägt deshalb ein radikal ethikologisches Wirtschaftsmodell vor, in dem er Unternehmen als Teil der Lösung sieht: aber nur wenn sie dem Mehrwert für alle statt der Gier einzelner verpflichtet sind. In München haben sich bereits die ersten Unternehmen diesem neuen Ansatz verpflichtet und die Initiative WIR gegründet, die von Gerd Henghuber Kommunikation unterstützt wird.

Lesen Sie das Interview mit dem Philosophen und Wirtschaftsethiker Dr. Friedrich Glauner über globale Katastrophen, die Verantwortung von Unternehmen – und die Rolle, die Unternehmertum bei der Lösung spielen kann.

Dr. Glauner, wieso brauchen wir ein neues Wirtschaftsmodell?
Weil wir uns mit dem bestehenden Wirtschaftsmodell an einem Scheideweg befinden: zerstören wir die Ressourcen der Erde durch weiteren Raubbau, oder erhalten wir sie.

Wie meinen Sie das?
Unserer derzeitigen Art des Wirtschaftens ist es immanent, dass wir Raubbau treiben an unseren Ressourcen, am Weltklima und auch an den sozialen Verhältnissen in vielen Ländern. Wenn wir nicht umsteuern, werden wir massive Umbrüche erleben, die die Menschheit insgesamt bedrohen können?

Was ist das Problem an unserer Art des Wirtschaftens?
Unser System, wie wir es heute global leben, fördert die Profitmaximierung einzelner auf Kosten anderer oder der Ressourcen. Haupttriebfeder für wirtschaftliche Akteure ist es in unserem System, permanent die Rendite zu steigern. Das gelingt am einfachsten, indem man andere übervorteilt, oder Kosten auf Dritte und die Allgemeinheit abwälzt – wie etwa die gigantischen Kosten, die der Klimawandel verursacht. Oder die Kosten, die die Just-in-time-Produktion in Form des dramatisch zunehmenden Lkw-Verkehrs verursacht.

Ist es nicht eine menschliche Grundkonstante, immer mehr haben zu wollen?

Nein, das ist uns anerzogen. Es ist keineswegs so, dass Wirtschaft nur funktioniert nach dem Renditeprinzip, und das war auch viele hundert Jahre lang nicht so. Natürlich muss ein Unternehmen Gewinn auch für seine Anteilseigner abschöpfen, aber wer sagt, dass das 10 oder gar 20 Prozent sein sollen und nicht auch 5 Prozent reichen? Entscheidend ist, dass Unternehmen Nutzen stiften.

Zum vollständigen Interview auf der Seite der Unternehmens-Initiative WIR.