CSR-News: CSR-Berichte werden besser haben aber oft noch Defizite

CSR News 24-03-2019

Die Zahl der CSR-Berichte deutscher Unternehmen nimmt immer weiter zu. So haben von den 100 größten deutschen Unternehmen inzwischen 69 einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht oder einen integrierten Geschäftsbericht veröffentlicht. Die 31 Großunternehmen ohne Nachhaltigkeitsbericht können größtenteils auf Berichterstattungen ihrer Mutterkonzerne oder auf andere Berichtsformate, wie z. B. nichtfinanzielle Erklärungen oder Umweltberichte, verweisen. Nur 8 Großunternehmen wurden als Nichtberichterstatter gewertet, da sie nur geringfügige Nachhaltigkeitsinformationen auf ihren Websites veröffentlichen. Diese Auswertung haben das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung und future e.V. in ihrem jüngsten Nachhaltigkeitsrankings 2018 vorgenommen.

Inhaltliche Bewertung der CSR-Berichte fällt unterschiedlich aus

Dabei konnte inhaltlich eine Verbesserung der durchschnittlichen Bewertung der Nachhaltigkeitsberichte festgestellt werden, insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Hier gab es die größten Fortschritte bei der Berichterstattung zur Lieferkettenverantwortung. Bei den Großunternehmen dagegen ist die Berichtsqualität gegenüber der letzten Auswertung 2015 minimal gesunken. Insbesondere bei den Anforderungen zur Mitarbeiterverantwortung sowie zum gesellschaftlichen Umfeld haben sich die Bewertungen gegenüber 2015 verschlechtert, wohingegen auch hier leichte Verbesserungen bei den Kriterien im Bereich Lieferkette erkennbar waren.

CSR-Berichtspflicht wirkt

Die CSR-Berichtspflicht für bestimmte Unternehmen scheint also zu wirken, die Berichte werden generell professioneller, standardisierter. Mit wenigen Ausnahmen richten die Großunternehmen ihre Berichterstattung an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) aus und auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen ist der Anteil der GRI-Berichterstatter auf 80 % angestiegen. Zunehmend werden die Berichte auch externen Prüfungen unterzogen.

Vergleichbarkeit und Abrufbarkeit der Berichte ausbaufähig

Dennoch hinkt die Vergleichbarkeit der Berichte hinterher. Die Non-profit-Organisation XBRL International hat deshalb die EU aufgefordert, sich für eine höhere Vergleichbarkeit und digitale Auffindbarkeit der nichtfinanziellen Informationen einzusetzen. So seien etwa klimabezogene Angaben nur effektiv sein, wenn sie nicht nur vergleichbar, sondern auch digital auffindbar und zugänglich seien. Weitere Standardisierung würde die Daten besser nutzbar machen.

CSR-Berichterstattung bleibt Herausforderung

Auch die Herausgeber des Nachhaltigkeitsrankings sehen noch dringenden Verbesserungsbedarf, insbesondere, wo es um eine Offenlegung kontroverser Themen und negativer Auswirkungen sowie eine Reflektion von Zielkonflikten und Misserfolgen geht. Hier seien viele Berichte nur unzureichend.

Die gesamte Auswertung von CSR-Berichten 2018 finden Sie hier.

Mehr Informationen zur CSR-Berichts-Pflicht

CSR News 24-03-2019