Bill Gates schließt in München Entwicklungshilfevereinbarung und spricht an der Technischen Universität über neue Impulse für Afrika

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Der Gründer von Microsoft Bill Gates und der deutsche Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller haben in München eine Vereinbarung über eine stärkere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe für Afrika geschlossen. Bei einer Podiumsdiskussion im voll besetzten Audimax erläuterten Sie, wie sie neue Impulse setzen wollen. Dabei wurde auch ein Film gezeigt, den Gerd Henghuber Kommunikation über ein Pilotprojekt der Technischen Universität München in Afrika produziert hat.

Mehr als 10.000 Münchner hatten sich angemeldet, um den Gründer von Microsoft Bill Gates sowie den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller in der Technischen Universität München zu sehen. Doch nur gut 1000 Gäste hatten in der Großen Aula Platz, um der von Studenten organisierten Podiumsdiskussion „Shaping global development – Innovative concepts with Africa“ live zu folgen.

Der frühere Unternehmer setzt seit Jahren sein Vermögen mittels der Bill & Melinda Gates-Stiftung ein, um Entwicklungsthemen wie bessere Medizin und Ernährung in Afrika zu fördern. Gates Stiftung investiert zum Beispiel in Firmen, die neue Impfstoffe und Medikamente gegen die Krankheiten entwickeln, an denen in Afrika so viele – vor allem Kinder – sterben: Durchfallerkrankungen, Malaria… Daneben geht es der Stiftung darum, afrikanische Bauern auszubilden und neue, ertragreichere Samen für den Ackerbau zu entwickeln.

Viele Krankheiten wurden in den vergangenen Jahrzehnten besiegt und die weltweite Armut halbiert, doch Microsoft-Gründer Bill Gates warnt auch vor Gefahren für diesen Trend: Krieg, Epidemien und der Klimawandel bedrohen diese positive Entwicklung. Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller betonte, dass sich vor allem junge Menschen für die Bevölkerung in Afrika einsetzen sollten, was der Microsoft-Gründer ergänzte: „I love digital technology, we are doing great stuff, but it’s not the first thing. First thing is nutrition, health and agriculture.“

Am Rande der Veranstaltung unterzeichneten Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bill Gates eine Vereinbarung, die neue Impulse in der Entwicklungszusammenarbeit setzen soll. Besonders die wirtschaftliche Entwicklung in Entwicklungsländern soll dabei gefördert werden: Mehr Menschen sollen künftig Zugang zu einem Bankkonto und zu Krediten bekommen, um sich eine Existenz aufbauen zu können. Diese sogenannte finanzielle Inklusion ist auch ein Schwerpunktthema bei den anstehenden G20-Treffen diesen Sommer in Deutschland.
Außerdem bauen das deutsche Entwicklungshilfeministerium und die Gates-Stiftung ihre Anstrengungen in den Bereichen Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung, Gesundheit sowie Wasser- und Sanitärversorgung aus. Bundesminister Dr. Gerd Müller sagte: „Eine friedliche Welt von morgen wird es nur geben, wenn wir der Entwicklungspolitik einen neuen Stellenwert geben. Deshalb haben wir mit unseren Eckpunkten für einen Marshallplan mit Afrika neue Wege und Instrumente vorgeschlagen, Entwicklungspolitik in einer völlig neuen Dimension zu betreiben. Denn: Entwicklung ist die beste Friedenspolitik. Dazu brauchen wir unsere Partner mehr denn je. Mit ihrem Einsatz und ihren Investitionen sorgen sie bereits heute für Entwicklungssprünge in der Kindergesundheit, im Kampf gegen Hunger und gegen Mangelernährung und bei Schule, Bildung und Ausbildung. Bill und Melinda Gates engagieren sich hier auf großartige Weise und sind starke Partner, mit denen wir gemeinsam viel bewegen können.“

Bill Gates: „Deutschland gehört zu den wichtigsten Partnern der Bill & Melinda Gates-Stiftung. Ich bin den Deutschen dankbar, dass sie international eine Vorreiterrolle einnehmen. Sie zeigen der Welt, dass Investitionen in globale Gesundheit und Entwicklung keineswegs nur reine Wohltaten sind, sondern eine der Hauptaufgaben von Regierungen, wenn wir eine sichere und bessere Zukunft für unsere Kinder erreichen wollen. Daher freue ich mich sehr, dass die Bundesregierung und die Gates-Stiftung mit dem neuen Memorandum of Understanding gemeinsam bekräftigt haben, weiterhin in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit an den größten Problemen der Welt zu arbeiten. Es ist kein Zufall, dass Afrika und globale Gesundheit wichtige Themen der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz sind. Wir brauchen eine noch stärkere internationale Zusammenarbeit, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.“

Die Partnerschaft bietet viele Anknüpfungspunkte mit den im vergangenen Monat von Bundesminister Müller vorgestellten Eckpunkten für einen Marshallplan mit Afrika. Um ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Ernährungssicherung weiter zu fördern, haben sich das BMZ und die Bill & Melinda Gates-Stiftung mit anderen Partnern zur Finanzierung des Fonds „Global Agriculture and Food Security Programme“ (GAFSP) zusammengeschlossen. Der Fonds kann einen entscheidenden Beitrag zur Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum in Afrika leisten – ein Thema, das das BMZ in der diesjährigen deutschen G20 Präsidentschaft voran bringen will.

Im Audimax wurde auch ein Film gezeigt, den Gerd Henghuber gemeinsam mit dem Filmemacher Dr. Christian Ender über ein Pilotprojekt der Technischen Universität München in Afrika produziert hat. Studenten der TU wollen unter dem Motto „TU eMpower Africa“ gemeinsam mit Studenten in Entwicklungsländern innovative Lösungen im Bereich Erneuerbare Energien, Wasser und Ernährung entwickeln. Gerd Henghuber Kommunikation hat für dieses Projekt eine neue Website erstellt, die mit dem Besuch von Bill Gates online gegangen ist.

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Bill Gates an der TU München Foto: Andreas Heddergott / Verwendung frei fuer die Berichterstattung ueber die TU Muenchen unter Nennung des Copyrights

Bill Gates an der TU München
Foto: Andreas Heddergott / Verwendung frei fuer die Berichterstattung ueber die TU Muenchen unter Nennung des Copyrights